3 Aspekte achtsamer Kommunikation im Job

1. Hören versus Zuhören

kommunikation

Photo by Mimi Thian on Unsplash

Wir alle wollen verstanden werden. Im Gespräch wirklich zuhören heißt, Hören, um zu verstehen. Vermitteln wir unserem Gesprächspartner dieses Gefühl, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass auch wir im Gegenzug gehört werden. Viele Konflikte entstehen, weil wir uns weigern, den anderen zu verstehen und von vornherein auf der eigenen Meinung beharren. Für einen harmonischeren Umgang miteinander lohnt es sich jedoch, in der Kommunikation genau hinzuhören!

Die ungeteilte Aufmerksamkeit widmen

Dazu ist es zunächst unerlässlich, dass wir unserem Gegenüber unsere ungeteilte Aufmerksamkeit widmen und ihm mit allen Sinnen zugewandt sind. Unterbrechung von Nebentätigkeiten, Augenkontakt und eine offene zugewandte Körperhaltung signalisieren ihm nicht nur Empfänglichkeit, sondern ermöglichen uns selbst auch wirklich auf allen Kanälen zu empfangen.

Zuhören, ohne zu unterbrechen

Oft ist es allerdings so, dass wir dabei sofort eine innere Antwortreaktion haben, bevor der Sprechende geendet hat und es kaum erwarten können diese auch kundzutun. Widerstehen Sie diesem Impuls und zollen Sie Ihrem Gesprächspartner Respekt, indem Sie zuhören, ohne zu unterbrechen, innerlich zu bewerten und zu analysieren.

Offen sein

Das geht am besten mit einer inneren Grundhaltung von Offenheit, bei der wir einräumen, dass die eigene Wahrnehmung falsch sein könnte und der andere Recht hat. Der andere kann uns bereichern und wir könnten von ihm lernen. Das heißt auch, die Sichtweisen des Gegenübers zu akzeptieren und zu respektieren. Dazu muss man nicht übereinstimmen oder das gutheißen, was der andere sagt. Aber man versucht, die Dinge aus seiner Warte heraus zu betrachten und akzeptiert seine als eine mögliche und gleichwertige Ansicht. Wirklich Zuhören bedeutet nicht nur Hören, um zu verstehen, sondern auch um einen Konsens und Lösungswege zu finden.

Nachfragen

Es ist hilfreich noch einmal nachzufragen, um wirklich zu verstehen, anstatt vorschnell mit einem „Aber“ zu reagieren und damit einen offenen Austausch zu beenden. In einem „Ja, aber“-Streitgespräch, in dem es jedem nur darum geht, den eigenen Standpunkt darzustellen oder Recht haben zu wollen, entsteht nur selten Verständigung und Verbindung. Seien Sie interessiert und fragen Sie nach, um sicher zu gehen alles richtig verstanden zu haben!

2. Atmen hilft! - den persönlichen Stresspegel reduzieren

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Sind wir gestresst, reagieren wir oft unreflektiert und impulsiv. Das wirkt sich nicht immer positiv auf unsere Kommunikation auf andere aus. Im Gespräch mit einem Gegenüber verstehen und interpretieren wir alles vor dem Hintergrund drohender Gefahr, denn im Stressmodus funktioniert unser System anders. Der frontale Kortex, die Gehirnregion, die für reflektiertes Nachdenken zuständig ist, ist durch Stresshormone blockiert und lässt uns rotsehen und überreagieren. So können wir weder gut zuhören noch die richtigen Worte finden. Konflikte oder Missverständnisse entstehen und wir gefährden unsere Arbeitsbeziehungen.

Mini-Atemübung

Hier hilft folgende einfache Mini-Atemübung nach dem 1:2 Prinzip:

Atmen Sie langsam und tief ein, halten Sie den Atem kurz inne und atmen Sie dann doppelt solange aus. Sie können ggf. innerlich dazu zählen EIN… bis 4 und AUS bis 8. Schon 3 bewusste Atemzüge können unser System switchen und uns zurück in die innere Ruhe bringen. Von dort aus können wir angemessener und bedachter reagieren. Nehmen Sie sich in hektischen Gesprächen oder Konfliktdebatten Zeit zu atmen bevor Sie antworten. Ihre Mitarbeiter und Geschäftspartner werden es Ihnen danken.

3. Achtsames Sprechen - der Ton macht die Musik

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Genauso wichtig wie gutes Zuhören ist bedachtes Sprechen für eine gelungene Kommunikation. Wenn Sie versuchen die folgenden Punkte in Ihren Gesprächen zu berücksichtigen, wird ihre zwischenmenschliche Kommunikation davon profitieren.

Bedachte Wortwahl: erst verstehen, dann sprechen

Geben Sie sich bei Ihrer Reaktion ebenso wie beim Zuhören Zeit und wählen Sie Ihre Worte mit Bedacht. Erst verstehen, dann sprechen! Oder noch besser: Erst verstehen, dann atmen und dann sprechen! Achten Sie vor allem auf eine respektvolle Wortwahl: nicht abwertend, beleidigend oder anklagend, sondern schlicht und sachlich – ohne Über- und Untertreibung.

Vermeiden Sie es, ungefragt Rat zu erteilen, denn Feedback ist nur sinnvoll, wenn es auch angenommen werden kann. Achten Sie außerdem darauf, dass Sie in Ihren Aussagen weniger protestieren, sondern offen und direkt mehr konkrete Wünsche formulieren. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Ihre Botschaft auch unverfälscht ankommt, denn Ihr Gegenüber hat die Chance, Sie in Ihrer Klarheit gut zu verstehen, ohne in die eigene Abwehr und den Verteidigungsmodus gehen zu müssen.

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Keine Halbwahrheiten und Gerüchte verbreiten

Ein kleiner Plausch mit Kollegen auf dem Flur ist nichts Unnatürliches und dient dem sozialen Austausch, bildet Vertrauen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Gerüchte und Halbwahrheiten jedoch können zu einer ange­spann­ten Grund­stim­mung, Spal­tun­gen inner­halb eines Teams und großen psy­chi­schen Belas­tun­gen führen. Klatsch und Tratsch gehören daher nicht zu den Tugenden einer guten Kommunikation und tragen auch nicht zum vertrauensvollen Miteinander bei. Bemühen Sie sich deshalb, keine Halbwahrheiten und Gerüchte zu verbreiten, fragen Sie in Gesprächen nach, woher der Gegenüber seine Information bezieht und klären Sie, wenn möglich, offene Fragen direkt mit betreffenden Personen bevor Sie Informationen weitergeben.

Sich kurz fassen

Genauso unschön wie ständiges Unterbrechen des Gesprächspartners in seinem Redefluss, ist es, andere mit minutenlangen Monologen nicht zu Wort kommen zu lassen. Fassen Sie sich kurz und vermeiden Sie Wiederholungen des bereits Gesagten! So stellen Sie sicher, dass Sie die Aufmerksamkeit Ihrer Zuhörer nicht verlieren und wirklich ankommt, was Sie rüberbringen möchten.

Richtiges Timing wählen

Natürlich muss Ihr Gegenüber überhaupt empfangsbereit sein, sonst helfen alle achtsamen Kommunikationsbemühungen Ihrerseits nichts. Achten Sie deshalb unbedingt auf richtiges Timing für ein Gespräch. Nur wenn der Gesprächspartner gerade Kapazitäten für Ihr Anliegen hat, wird ein zielführendes Gespräch möglich sein.

Quellen:
Stahl, B., Goldstein,E. (2010): Stressbewältigung durch Achtsamkeit – das MBSR Praxisbuch. Arbor Verlag GmbH, Freiburg.
https://zeitzuleben.de/kommunikation/

Autor: Manuela Hartung

Projektsassistenz BGM/BGF
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